Wie kann ich meine Krise bewältigen? 3 Hacks!

Rückschläge und Krisen gehören zum Leben dazu. Unser Partner/in verlässt uns, wir haben einen schlimmen Streit, werden gekündigt oder haben einen gesundheitlichen Rückschlag. Die Krise bewältigen steht für uns in weiter Ferne. Allerdings haben Krisen nicht nur negative Seiten, auch wenn es auf den ersten Blick schwer fällt, daran irgendetwas positives zu erkennen. Wenn wir auf eine Krise zusteuern, merken wir es oft gar nicht. Wir verdrängen im Alltag die Warnsignale mithilfe unserer vertrauten Alltagsrituale.

Leichte Schmerzen im Knie? Leichte Übelkeit? Die Haut juckt? Ich fühle mich schwach und müde? Die Signale von unserem Körper, um uns wachzurütteln, dass etwas nicht stimmt, sind enorm wichtig. Er ächzt unter der Last und teilt uns mit, dass wir etwas ändern müssen, weil er sonst bald nicht mehr kann. Wie die Motorkontrollleuchte im Auto. Etwas drüberzukleben ist nicht die Lösung, irgendwann macht der Motor trotzdem schlapp. Doch uns ist es wichtiger, unsere Ziele zu erreichen.

So hart es klingt: Manchmal brauchen wir eine Krise um zu verstehen, dass es so nicht weitergehen kann. Denn hier gelangen wir an einen Punkt, an dem wir uns den Sinn und unsere Werte infrage stellen. Sie ermöglicht uns also einen Neuanfang, indem wir die Krise bewältigen.

Nutze deine Chance – erfinde dich neu!

Es liegt an dir, ob die Krise zur Chance oder zur Falle wird. Die Krise öffnet dir die Augen. Du verstehst, dass du etwas ändern musst.

Als mein Stoma zurückverlegt wurde, prophezeiten mir die Ärzte eine erneute Fistelbildung. Ich wollte es nicht wahrhaben. „Mir geht es so gut, das wird sicherlich nicht passieren.“ Naivität? Dummheit? Ich weiß es nicht. Vier Monate nach der Rückverlegung lag ich wieder im Krankenhaus, wegen einer neuen Fistel. Mich hat das schwer getroffen. Ein Stoma will ich keines mehr haben und doch sah ich es wieder auf mich zukommen.

Da wusste ich: Es MUSS sich etwas ändern. Was ich davor nicht wahrhaben wollte, war plötzlich präsent – für mich ein Schreckensszenario. Rückblickend war diese Phase super für mich – sie ermöglichte mir eine neue Sichtweise, ich begann zu meditieren, auf meiner Ernährung und meine Gedanken zu achten. Heute geht es mir fantastisch.

„Schwierige Zeiten lassen uns Entschlossenheit und innere Stärke entwickeln.“

Dalai Lama

Habe keine Angst vor dem Neuen! Sehe den Weg, den du nach der Krise gehst als eine Art Reise. Du startest in etwas unbekanntes, in dem du selbst bestimmst, wohin es geht. Aber verliere das Ziel deiner Reise nicht aus den Augen: Sie soll dein Leben einfacher und besser machen.

Höre zunächst auf gegen die Situation zu kämpfen bzw. dich anzustrengen, um mit deinen üblichen Gewohnheiten aus der Krise zu kommen. Suche dir eine neue Sichtweise und überlege dir eine neue Strategie, wie du aus dieser Situation kommst. So kannst du deine Krise bewältigen und gestärkt daraus hervorgehen.

Krise bewältigen: Bleibe mit dir selbst befreundet

Sich in einer Krise zu befinden heißt nicht, versagt zu haben! Es liegt nahe, sich selbst zu verurteilen. Natürlich trägst du einen Teil dazu bei. Doch du hattest deine Gründe, warum du dich so entschieden hast und diesen Weg gegangen bist.

„Das ist nun mein Weg, wo ist der eure?“

Friedrich Nietzsche

Täglich musst du viele Entscheidungen treffen. Jedes Mal versuchst du die beste Entscheidung zu treffen. Jede Entscheidung basiert dabei auf Gefühlen, Erfahrungen und äußeren Einflüssen. Denkst du später darüber nach, warum du dich genau dafür entschieden hast, ist es oft schwer nachzuempfinden.

Denke daran. Du hilfst dir nicht, wenn du dich selbst verurteilst. Akzeptiere die Situation, sei dankbar für die vielen Dinge, die trotzdem gut laufen und bleibe mit dir selbst befreundet.

Mein Hack
Steckt man in der Krise, übersieht man oft die vielen Dinge, die trotzdem gut laufen. Dankbarkeit ist jedoch ein wichtig, um sich selbst zu mögen und auch in der Krise eine stabile Basis zu haben. Mein Tipp: führe die Dankbarkeitsmeditation durch – sie bewirkt Wunder!

Hier eine Übung, die du durchführen kannst:

1. Suche dir für 10-15 Minuten eine ruhige & ungestörte Umgebung
2. Atme tief ein und aus und konzentriere dich auf einen Punkt im Raum
3. Nimm wahr, wie du sitzt und welche Körperteile den Boden/den Stuhl berühren
4. Stelle dir nun die schönen Dinge in deinem Leben vor (Familie, Freunde, Erlebnisse, Hobby o.ä.
5. Sage nun: „Ich bin dankbar für diesen Moment. Vielen Dank.“
6. Konzentriere dich auf diese Situationen und spüre das Gefühl der Dankbarkeit.
7. Nun atme 2-3 mal tief durch und komme zurück
8. Spüre, wie es dir nach der Meditation geht.

Erinnere dich an frühere Herausforderungen, die du gemeistert hast

Jeder Mensch hat schon unzählige Herausforderungen gemeistert. Du hast schon unzählige Herausforderungen gemeistert. Wenn du in einer Krise steckst, erinnere dich an eine dieser Herausforderungen. Denke darüber nach, wie du sie geschafft hast.

Auch hier hilft wunderbar eine Meditation. Entspanne dich, atme mehrmals tief durch und stelle dir die Situation vor deinen Augen vor. Durchlebe nochmals, wie du diese Situation angegangen bist und wie du sie gemeistert hast. Achte vor allem auch auf deine Emotionen. Spüre das Glücksgefühl. Nach der Meditation bist du gestärkt.

Passend zum Thema: Meditation – Definition und hilfreiche Tipps für Anfänger

Mache dir bewusst, dass du diese Kraft besitzt und du diese wieder aktivieren kannst, um auch diese Krise bewältigen zu können. Du bist stark. Du schaffst das!

Aus dieser Erinnerung kannst du Strategien ableiten und vor allem die Überzeugung schaffen, dass du auch diesmal die Krise bewältigen kannst.

Muss da durch
Ganz egal, wohin die Stürme mich auch wehen
Ganz egal, muss ich auch durch die Hölle gehen
Ich werd diesen harten Trip schon überstehen
Du wirst sehen, wird schon gehen

Und dann wirste deine Sonne wieder sehen
Und wie ein Phönix auferstehen

Udo Lindenberg, Lied „Muss da durch“

Fazit: Krise bewältigen und gestärkt hervorgehen

Aus jeder Krise kannst du gestärkt hervorgehen. Achte darauf, dass du die Situation annimmst. Nimm die Herausforderung an, sei gut und nett zu dir selbst und stärke dein Selbstbewusstsein indem du dir klar machst, dass du schon viele Herausforderungen und andere Krisen bewältigt hast.

Bonus Hack
In nur wenigen Minuten schaffst du es, dich besser zu fühlen. Dafür suchst du dir positive Sätze, die du dir so oft wie möglich pro Tag laut oder in deinen Gedanken sagst. Während du sie zu dir sagst, stelle dir vor, wie das gerade gesagte ausschaut und fühle, wie es sich anfühlt.

Beispiele sind: „Ich schaffe alles, was ich will.“, „Ich bin gesund.“, „Ich bin glücklich.“, „Ich bin stark.“ oder „Ich liebe mich.“.


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